26-03-2018

Ministerin startet die Vertiefung des Nieuwe Waterweg

Infrastruktur- und Wasserwirtschaftsministerin Cora van Nieuwenhuizen und Ronald Paul (COO Hafenbetrieb Rotterdam) haben Montag 26. März das offizielle Startsignal für die Vertiefung des Nieuwe Waterweg und des Botlek gegeben.
 

Verdieping waterweg

Der Rijkswaterstaat (Reichswasseramt) und Hafenbetrieb Rotterdam haben sich zusammengeschlossen, um dafür zu sorgen, dass Seeschiffe mit einem Tiefgang von 15 Metern den Botlek-Hafen erreichen können.

Der Startschuss wurde in FutureLand, dem Informationszentrum zum Hafen von Rotterdam auf der Maasvlakte, gegeben. Dort wird heute außerdem die Ausstellung zu diesem umfangreichen Projekt, das einen wichtigen Impuls für die Erreichbarkeit des Botlek und die Wettbewerbsposition des Rotterdamer Hafens bedeutet, eröffnet.

Tentoonstelling

Der Nieuwe Waterweg, der Kanal zwischen Rotterdam und der Nordsee, wurde 1872 eröffnet und bildet den Grundstein der Entwicklung Rotterdams zum wichtigsten Hafen von Europa. Die Fahrrinne wird über eine Länge von 25 Kilometern vertieft. Von Hoek van Holland bis zum Beneluxtunnel, einschließlich des sich anschließenden Botlek-Hafens. Das ist erforderlich, um die Erreichbarkeit der Botlek-Häfen zu verbessern. Die Vertiefung dauert ungefähr sechs Monate.
Die Ausführung obliegt der Koninklijke Boskalis Westminster N.V. (Maassluis bis Beneluxtunnel und Botlek) und Van der Kamp B.V. (Nieuwe Waterweg Maasluis-Hoek van Holland).

Bessere Wettbewerbsposition

„Die Vertiefung des Nieuwe Waterweg und des Botlek ist eine Investition in die Erreichbarkeit des Mainport Rotterdam. Wir öffnen den Hafen weiter, wodurch der Rotterdamer Hafen schnell Platz für immer größer werdende Schiffe bekommt. Die Vertiefung sorgt für eine bessere Wettbewerbsposition von Unternehmen im Botlek-Gebiet“, so die Ministerin. Die mittelgroßen Tanker und Massengutfrachter werden zunehmend größer. Durch die Vertiefung können die sogenannten New Panamax- und Aframax-Schiffe ohne Beschränkungen über den Nieuwe Waterweg fahren. „Wenn größere Tankschiffe in den Botlek-Hafen einlaufen können, stärkt das den Business Case für Investitionen in Kapazitätsausbau. Größere Schiffe bedeuten mehr Ladung, mehr Umschlag und bessere Ausnutzung von Lagertanks. Zurzeit kann pro Gezeit nur ein Schiff hinein. Bald – bei günstigen Umständen – drei große Schiffe. Das ist ein großer Schritt nach vorn“, so Ronald Paul, Chief Operating Officer (COO) des Hafenbetriebs.

Vertiefung

Der Rijkswaterstaat vertieft den Nieuwe Waterweg und der Hafenbetrieb Rotterdam den Botlek. Die Vertiefung umfasst drei unterschiedliche Vertragstiefen. Im Botlek reicht die Tiefe von -/- 14,5 m (NAP) bis zu -/- 15,90 m. Auf dem Nieuwe Waterweg wird der erste Teil von Hoek van Holland von -/- 15 m auf -/-16,20 m bis Maassluis vertieft. Der zweite Teil bis zum Beneluxtunnel erhält einen garantierten Tiefgang von -/- 16,40 m. Dieser belief sich zuvor auf -/- 14,5 m. Die zusätzlichen 20 Zentimeter stehen im Zusammenhang mit dem niedrigeren Salzgehalt des Nieuwe Waterweg landeinwärts, wodurch die Schiffe einen größeren Tiefgang brauchen. Nach der Vertiefung können Schiffe mit einem Tiefgang bis 15 Meter unter normalen Umständen in den Botlek-Hafen einlaufen. Den neuen Panamakanal können Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 14,90 Meter durchfahren, und damit können sogenannte New Panamax-Schiffe ohne Einschränkungen im Botlek anlegen.

Keine Beeinträchtigung

Die Baggerarbeiten werden auf dieselbe Art und Weise wie die regelmäßig erfolgenden Wartungsbaggerarbeiten in den Häfen und im Flussbereich ausgeführt. Und zwar ohne zusätzliche Beeinträchtigungen für die Umgebung, Schifffahrt und Mitarbeiter.

Nieuwe Waterweg

Der Nieuwe Waterweg ist das letzte Stück der Verbindung von Rotterdam mit dem Meer und wurde 1872 unter der Leitung von Ingenieur Pieter Caland angelegt. Die Länge der Durchgrabung der Dünen, in der Nähe von dem uns jetzt als Hoek van Holland bekannten Ort, belief sich seinerzeit auf 4,3 km. Der Nieuwe Waterweg ist einer komplexen Strömung ausgesetzt. Der Kanal steht unter dem Einfluss von Ebbe und Flut, landeinwärts gerichteter Strömung und Strömung in Richtung Meer. Aus diesem Grunde muss die Tiefe des Nieuwe Waterweg künstlich gewährleistet werden.

Verdieping

Das Botlek-Gebiet

Das Botlek-Gebiet wurde zwischen 1955 und 1960 angelegt. Dieses Hafengebiet zeichnet sich vor allem durch petrochemische Industrie und Tanklager aus. Das erste Unternehmen, das sich dort ansiedelte, war Dow Chemical im Jahre 1956. 1957 folgt die Schiffswerft von Cornelis Verolme. 1961 war die Ausgabe des gesamten Grund und Bodens abgeschlossen.

Ausstellung Nieuwe Waterweg

Besucher von FutureLand erfahren ab dem 27. März mehr über dieses umfangreiche Projekt in der temporären Ausstellung: Van diep naar dieper (Von tief zu tiefer). Mitten im Hafen erleben sie am eigenen Leibe, was dazugehört, wenn fünf Millionen Kubikmeter ausgebaggertes Material bei der großräumigen Vertiefung freigesetzt werden, während die mehr als 130.000 Schiffe, die jährlich Rotterdam ansteuern, Tag und Nacht durch das Arbeitsterrain fahren, wobei salziges Seewasser nicht in die Wasserleitung gelangen und die Lieferung von Strom, Gas und Telekom über Kabel und Leitungen am Boden des Flusses nicht unterbrochen werden darf. Und Schiffwracks und Sprengstoff zunächst sicher entfernt werden müssen. All diese Aspekte spielen in der Ausstellung, die bis zum 1. April 2019 in FutureLand besichtigt werden kann, eine Rolle.

Das Vertiefungsprojekt des Nieuwe Waterweg umfasst die Vertiefung des Botlek und – über eine Strecke von 25 Kilometern – die Vertiefung des Nieuwe Waterweg, des Scheur und der Nieuwe Maas (Neue Maas).